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 19. Dezember 2006 · Religion: Blasphemie-Wettbewerb im Netz

Brian Flemming, Regisseur des Films The God Who Wasn't There, hat gemeinsam mit dem Rational Response Squad einen Blasphemie-Wettbewerb gestartet. Darin bezieht er sich auf Kapital 3, Vers 29 aus der Bibel: "Wer aber den heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig." Die Öffentlichkeit ist also aufgefordert, genau das zu tun: den heiligen Geist zu lästern, das Ganze auf Video aufzunehmen, und bei YouTube hochzuladen, der größten Videoplattform im Netz.

Wer anschließend seine persönlichen Daten an die Organisatoren schickt, bekommt kostenlos eine DVD des Films zugeschickt. Gerade in den Vereinigten Staaten nehmen viele die Warnungen der Bibel vor ewiger Verdammnis sehr ernst. Deshalb ist diese öffentliche Blasphemie nicht nur eine Provokation des dominanten Theismus, sondern auch ein Schritt der Emanzipation. Reinschauen lohnt sich, denn einige der hochgeladenen Videos (bereits über 250) sind auch sehr witzig und intelligent (EMÖ).

 27. Juni 2006 · Wissenschaft: Impfen bald Pflicht?

Wenn Herr Hartmann, der Präsident des Berufsverbandes der Kinderärzte meint, „der Kindergarten- oder Schulbesuch sollen nur noch dann möglich sein, wenn Impfungen nachgewiesen sind“, kann er mit dem vehementen Widerstand von impfkritischen Eltern rechnen - und das sind entschieden mehr, als die bekannten 3% der dezidierten Impfgegner. Impfungen an Kindern vorzunehmen, ohne die elterliche Einwilligung einzuholen erfüllt derzeit den Tatbestand der Körperverletzung. Wenn dann noch - wie derzeit vom Gesetzgeber geplant - das letzte Kindergartenjahr zur Pflicht wird, hört man die Nachtigall trapsen.

Wenn Kinder durch solche pharmaziefreundlichen Maßnahmen „pflichtgeimpft“ werden, treten zwar Masern als relativ harmlose Kinderkrankheit kaum mehr auf, dafür jedoch zunehmend im Erwachsenenalter, was schon jetzt beobachtet werden kann. Auch bleibt ein Teil der Geimpften ohne Schutz oder verliert nach Jahren den Impfschutz wieder, so dass künftig mit Epidemien unter Erwachsenen gerechnet werden muss, die besonders stark zu Komplikationen neigen. Um sich davor zu schützen muss man sich mindestens alle 10 Jahre - zum Wohle der Pharmaindustrie - neu impfen lassen.
Und wie will Impfhardliner Hartmann den erwachsenen Bürger zur Impfspritze „zwingen“? Droht man dann gar mit dem Verlust des Arbeitsplatzes? Und wer kontrolliert die vielen Millionen Touristen auf den bundesdeutschen Flughäfen und den Außengrenzen auf Ein-schleppung etwaiger angeblich noch gefährlicheren Wildviren aus nicht durchgeimpften Ländern? Das RKI schreibt aktuell dazu auf seiner Internetseite: „…die im Jahr 2005 in Hessen und Bayern beobachteten lokalen Masernausbrüche [sind] vermutlich nach Deutschland „importiert“ worden.“

Wie (angeblich) verantwortungslos waren unsere Großeltern und was haben unsere Eltern nur falsch gemacht, als sie uns die – statistisch betrachtet – harmlosen Masernkrankheit haben durchmachen lassen? Im Jahr 2003 lag die Maserninzidenz auf 1 Erkrankung pro 100.000. Im gleichen Jahr gab es auf den bundesrepublikanischen Straßen etwa 462.000 Verletzte. Das ergibt eine Quote von 564 Betroffenen auf 100.000 Einwohner. Darunter zahlreiche Kinder. Ein öffentlicher Aufschrei des Verbandes der Kinderärzte gegen das Benutzen von Kraftfahrzeugen? Weit gefehlt. Ergo ein Fall von selektiver Wahrnehmung.
Und so schlecht, wie es oftmals in den Medien dargestellt wird, steht es mit der Durchimpfungsrate in Deutschland auch wieder nicht. Das RKI gibt auf seiner Internetseite an: „Die Maserndurchimpfung zum Schuleingang lag im Jahr 2004 bei 93,8% für die erste Dosis.“ Eine doch ziemlich hohe Rate (siehe Epidemiologisches Bulletin des RKI vom 02.06.2006).

Bei soviel geballter Panikmache stellt sich letztlich nur die Frage: Wer verdient daran?
Diese Frage ist schon deswegen berechtigt, weil sich von ärztlicher Seite niemand die Mühe macht, durch eine simple Blutuntersuchung den jeweiligen Titer zu ermitteln. Nicht wenige Menschen haben, aus welchen Gründen auch immer, bereits Antikörper gegen viele Krankheiten gebildet.

Impfen ist außerdem stets mit dem Risiko einer mehr oder weniger gefährlichen Impfreaktion (immunologisch bedingt) verbunden. Darüber wird geschwiegen. Die Beipackzettel mit Warnhinweisen werden den Patienten meist vorenthalten. Wer sich mit dem Gedanken trägt, seinen Kindern oder sich selbst einen Impf-Chemie-Cocktail verabreichen zu lassen, sollte sich vorher umfassend informieren. Vor allem sollte man wissen, wer (aus dem Gral der STIKO) mit wem (aus dem Fundus der Pharmaindustrie) zum Essen geht. Denn, wer wird schon für evtl. erst in Jahrzehnten auftretende Spätfolgen die Haftung übernehmen? Der Gesetzgeber? Die Pharmaindustrie? Der Hausarzt? (siehe auch: http://www.sueddeutsche.de/,wm3/wissen/artikel/936/78858).
(H. F.)

Quellen:
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=514075&kat=10
http://www.impf-info.de
http://www.rki.de

 26. Mai 2006 · Politik: Christlicher Chefarzt lehnt Schwangerschaftsabbruch ab

Der Gesetzgeber in Deutschland stellt das ungeborene Leben unter seinen Schutz und ab einem bestimmten Zeitpunkt unter seinen besonderen Schutz. Die Erfahrung zeigt, dass viele neue Erdenbürger durch begleitende Beratung und optimale ärztliche Versorgung das Licht der Welt erblicken.
Wenn ein Arzt aus ethischen und religiösen Gründen keinen Schwangerschaftsabbruch vornehmen will, darf er dazu nicht gezwungen werden. Dr. Valentin Klant, Chefarzt der Gynäkologie am Stadtkrankenhaus in Schwabach (Mittelfranken), hat das Recht, persönlich Abtreibungen abzulehnen und diese nicht durchzuführen. Die gleiche Entscheidungsfreiheit, innerhalb der geltenden Gesetze, muss allerdings jedem Einzelnen, vor allem den betroffenen Frauen, zugestanden werden, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden.

Mir ist es rätselhaft, wie ein Krankenhaus in kommunaler, ergo säkularer – und nicht kirchlicher – Trägerschaft einen Chefarzt beschäftigt, der seine persönlichen religiösen Überzeugungen über die Bedürfnisse der (potentiellen) Patienten/ Kunden stellen darf.
Was blüht uns erst dann, wenn ein Chefarzt muslimischen oder jüdischen Glaubens ist? Werden dann alle männlichen Neugeborenen beschnitten, weil eine gegenteilige Praxis dem gerade amtierenden Chefarzt nicht in sein (religiös motiviertes) Gewissen passt? In der BRD ist die Gesetzeslage eindeutig: Weder Bibel noch Koran noch Staatskirche sind Verfassungsorgane.

Herr Dr. Klant sollte - konsequenter Weise - in einer christlichen Einrichtung tätig sein und kommunale öffentliche Einrichtungen ihre ethische Pflicht, Frauen in Not zu helfen, erfüllen lassen.

Ein generelles Abtreibungsverbot bedeutet nichts anderes als Gebärzwang. Es verletzt eine ganze Reihe von Grundrechten der Frau. Es verletzt den Kerngehalt ihres Persönlichkeitsrechts:
- Ihr Recht auf Leben und auf Gesundheit
- Ihr Recht auf körperliche Integrität
- Ihre Gewissensfreiheit
- Ihre moralische Autonomie
- Ihre Entscheidungsfreiheit

(H.F.)

[Quelle:]
http://www.schwabacher-tagblatt.de/artikel.asp?art=500401&kat=24&man=17

 8. Mai 2006 · Religion: Papstmesse zum 500. Jubiläum der Schweizergarde

Dieser Tage feiert man im Vatikan das o.g. Jubiläum. Dazu ein paar einfache Überlegungen.

Herrgott noch mal: Hat denn der Kerl kein Gottvertrauen?

Für jemanden wie dem Papst, der seine irdische Daseinsberechtigung/Funktion nicht nur „unter anderem“, sondern explizit daraus zieht, dass er das jenseitige „Frohe Heil“ verkündet, wirkt es nicht sehr überzeugend, dass er sein Leben mit großem Aufwand beschützen/retten will. Ist es nicht gerade der Inhalt der „Frohen Botschaft“ der Christen, dass nach dem „irdischen Jammertal“ das köstliche immerwährende Leben auf einen wartet?

Vor allem, wenn man mit christlichen Worten zugrunde legt, dass man – und insbesondere als (Ober-)Christ – sein Leben voll und ganz, also bedingungslos in Gottes Hand legen kann.

Warum also handelt der Papst dann nicht nach dieser Maxime sondern hilft irdischerseits kräftig nach, evtl. sein Leben „künstlich“ – also wider die Natur und somit nicht gottgewollt – zu verlängern? Denn, sollte ihm wirklich mal jemand an die Wäsche gehen, wäre dies doch eher Gottes (unerklärlicher) Wille. Gar eine schwere „Glaubensprüfung“?

Der vatikanische Vorbeter der christlich-katholischen Ideologie hat offensichtlich Bedenken und/oder Angst zu früh in das – von ihm propagierte – ewigliche Jenseits zu gelangen? Nun ja, schon der Heilige Augustinus hatte es damit nicht eilig…

Mag ja sein, dass man als Atheist sehr am irdischen Leben hängt. Klar, wer stirbt schon gern und so ganz ohne himmlische Perspektive. Dass aber ein Papst sein angeblich unbedeutendes irdisches Schicksal nicht bedingungslos in die Hände seines angeblichen Gottes legt, wirkt auf mich sehr befremdlich. Offensichtlich taugen irdische Bodyguards, Sicherheitsfirmen und Schweizer Garden mehr, als (s)ein (vermeintlich) göttlicher Beistand. Somit kann es also weder mit dem Stellvertreter Gottes auf Erden (und seiner Glaubwürdigkeit) noch mit seinem göttlichen Chef weit her sein. (H.F.)

http://www.schwabacher-tagblatt.de/artikel.asp?art=491091&kat=24&man=17
http://www.schweizergarde.org
http://www.vatican.va

 1. Mai 2006 · Wissenschaft: Buchrezension: Regenwürmer. Leben und Arbeit in Finsternis.

Wissenschaft für Kinder oder:
Das scheinbar Unbedeutende ins Bewusstsein heben.

Dies ist sicher kein Regenwurmbuch, dass einen reinen lehrwerkhaften Anspruch erhebt. Ist es doch erklärtermaßen ein Kinderbuch (Format DIN A-4); aber in diesem Sinne sehr anspruchsvoll und informativ. Bereits Vierjährigen sind insbesondere die Bilder sowie auch die (Vorlese-)Texte weitgehend verständlich. Aber auch ältere "Selbstleser" finden Erstaunliches in diesem Werk.
Illustre Bilder veranschaulichen auf etwa 26 Seiten das Leben dieses kleinen aber überaus wichtigen Tieres. Ernährung, Lebensgewohnheiten, Körpermerkmale, Wechselwirkung mit Pflanzen und Erdreich, Verhalten während kalter oder heißer Jahreszeiten, natürliche Feinde, Erklärung des Verhaltens bei Regen sowie die Fortpflanzung des Regenwurmes sind unter anderem die interessanten Themen dieses sehr empfehlenswerten Buches.

Weiterführender Wissens-Link zum Thema Regenwurm:
http://www.regenwurm.ch

(H.F.)

 2. April 2006 · Politik: Buchrezension Wie wir uns erfinden.

Das in Dialogform gehaltene Buch ist köstlich und kurzweilig zu lesen. Heinz von Förster und Ernst von Glasersfeld erzählen u.a. aus einer Zeit, die Dekaden zurückliegt. Zum Beispiel, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg erste Kontakte zu allen möglichen interessanten Leuten knüpfen konnten, wie Glasersfeld einige Jahre im Sommer im Zelt in Italien lebte (aus Geldgründen), wie von Foerster seine erste Abhandlung über den Verlust von Erinnerungen schrieb oder wie beide zum Konstruktivismus kamen. Ein sonst nicht so leichtes Thema ist in lockere Konversation verpackt. Verständlich für Jedermann. Prima Einstieg in ein interessantes Thema. Sehr empfehlenswert.

Buchtitel: "Wie wir uns erfinden. Eine Autobiographie des radikalen Konstruktivismus."
Autoren: Heinz von Foerster (1911-2002), Ernst von Glasersfeld (* 1917)
Buchpreis € 21,90

Ernst von Glasersfeld ist ein österreichischer Philosoph und gilt mit Heinz von Foerster als Begründer des radikalen Konstruktivismus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz von Foerster
http://www.hyperkommunikation.ch
http://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler Konstruktivismus
http://www.univie.ac.at/heinz-von-foerster-archive/index.htm

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