Presseerklärung der ÖTV-Bayern vom 19.11.1999

 

Zur Amtseinführung des neuen Landesbischofs der ev.-luth. Landeskirche, Herrn Dr. Friedrich am 21.11.199 in Nürnberg:

ÖTV sieht neuem Landesbischof mit Hoffnung entgegen

München – Auf eine Verbesserung des Verhältnisses zur ev.-luth. Landeskirche setzt die ÖTV-Bayern mit der Einführung des neuen Landesbischofs Dr. Friedrich am 21. November 1999.

Besonders hofft die ÖTV, dass der neue Landesbischof zur Entkrampfung in der strittigen Frage von Tarifverträgen oder kircheninterner Arbeitsrechtssetzung, dem sogenannten „Dritten Weg" beitragen kann. Die Angst der Kirche, dass bei dem Abschluss von Tarifverträgen Kirche und Diakonie von einer Streikwelle überrollt werden, hält Robert Jung, Geschäftsführer der Abteilung Kirchen der ÖTV Bayern, für völlig unbegründet. Den Blankoscheck in Sachen Arbeitsrecht, den die Landessynode durch das Arbeitsrechtsregelungsgesetz der Arbeitsrechtlichen Kommission in Bayern ausgestellt hat, ist für immer mehr Beschäftigte in Kirche und Diakonie unverständlich.

Entscheidungen fallen hinter verschlossenen Türen, eine Diskussion über Kürzungen oder veränderte Arbeitszeitregelungen findet nicht statt, die Beschäftigten werden regelmäßig vor vollendete Tatsachen gestellt. Nur durch massiven Druck konnte in Bayern erreicht werden, dass die Kürzungen in den unteren Einkommensgruppen von max. 30 % auf max. 15 % begrenzt wurden. „Durch Tarifverhandlungen werden die Beschäftigten mit ins Boot geholt," so Robert Jung, „durch den „Dritten Weg„ werden die Beschäftigten ausgegrenzt."

Auch im Bereich des Mitarbeitervertretungsgesetzes sind nach Ansicht der ÖTV erhebliche Veränderungen notwendig. Von den Beschäftigten werde Verständnis bei Kürzungen erwartet, z.B. dem Weihnachtsgeld im Bereich der Diakonie, gleichzeitig bleiben alle wirtschaftliche Daten ein Geheimnis der Geschäftsführung. Während in der freien Wirtschaft in Wirtschaftsausschüssen die Betriebsräte alle ökonomischen Daten und Fakten bekommen, reicht es in Kirche und Diakonie, wenn der Arbeitgeber einmal im Jahr allgemein über die wirtschaftliche Lage im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung berichtet.

Rückfragen an:
Gewerkschaft Öffentliche Dienste,
Transport und Verkehr (ÖTV)
Bezirk Bayern
Schwanthalerstr. 64
80336 München

[Quelle: www.oetv-bayern.de]


Copyright © Juni 2000  Der Humanist
erstellt von
Heike Jackler